Was ist systemisches Tiertraining?
- Mr. Catdogo

- 12. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen glauben, Tiertraining bedeutet, dem Tier etwas beizubringen – Sitz, Platz, Komm. Doch was, wenn dein Hund oder deine Katze eigentlich dich trainiert? Im systemischen Tiertraining geht es darum zu verstehen, dass Verhalten immer in Beziehung steht – zu uns, zu unserer Energie, zu unserer Haltung. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen haben Tiere, vor allem unsere liebsten Partner Hunde und Katzen, eine Ich-Identität und uns zumindest ähnliche Gefühle. Tiere leben in unseren Systemen. Sie nehmen Spannungen, Gefühle, Unsicherheiten oder Unklarheiten wahr – und reagieren darauf. Veränderung beginnt also nicht beim Tier, sondern bei uns selbst.
Was bedeutet systemisches Tiertraining?
„Systemisch“ heißt, wir betrachten nicht nur das Tier, sondern das gesamte Gefüge, in dem es lebt: Mensch, Familie, Umwelt, Stimmung, Alltag. Wenn ein Hund bellt oder eine Katze sich zurückzieht, dann ist das kein „Fehler“, sondern eine Botschaft. Das Tier zeigt uns, dass etwas in der gemeinsamen Balance nicht ganz stimmt.
Systemisches Tiertraining bedeutet also:
· Nicht am Symptom zu bearbeiten, sondern den Ursprung des Problems.
· Nicht das Tier zu verändern, sondern die Beziehung zu verstehen.
· Nicht Kontrolle, sondern Verbindung.

Der Hund – Spiegel unserer Klarheit
Hunde reagieren stark auf unsere Emotionen, unsere Körpersprache, unsere Präsenz. Ein unsicherer Mensch hat meist auch einen Hund, der sich unsicher fühlt. Ein Mensch, der hektisch ist, hat oft einen Hund, der „überdreht“ ist. Sobald wir ruhiger, klarer und authentischer werden, unser eigenes Handeln und unsere Probleme hinterfragen, kann auch der Hund loslassen. Führung bedeutet hier nicht Strenge, sondern Verantwortung übernehmen – das Tier durch Sicherheit, Ruhe und Vertrauen zu leiten.
Die Katze – Resonanz auf Energie

Katzen nehmen feinste Veränderungen im Umfeld wahr. Wenn sie plötzlich unsauber werden, sich zurückziehen oder übermäßig fordern, ist das oft ein Spiegel der häuslichen Stimmung. Sie reagieren auf Stress, Disharmonie oder fehlende Rückzugsorte. Im systemischen Denken spüren Katzen, was im System Mensch-Tier-Umgebung aus dem Gleichgewicht geraten ist – und bringen es durch ihr Verhalten zum Ausdruck.
Der Mensch als Teil des Systems
Oft sind wir so sehr auf das Verhalten des Tieres fixiert, dass wir vergessen, uns selbst mitzudenken. Doch dein Tier lebt mit dir – es spürt deine Freude, deinen Ärger, deine Unruhe. Wenn du beginnst, dich selbst bewusster wahrzunehmen, verändert sich euer Miteinander fast automatisch. Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung deiner Energie, um Großes zu bewirken.
Im systemischen Tiertraining lernen wir deshalb, die eigene Haltung zu reflektieren:
Wie gehe ich mit Stress um?
Wie klar bin ich in meinen Grenzen?
Wie kommuniziere ich nonverbal?
Denn: Das Tier reagiert nicht auf das, was du sagst, sondern auf das, was du bist.
Praxisbeispiel
Ein Hund bellt ständig, wenn Besuch kommt. Statt das Bellen zu „verbieten“, schaue ich genauer hin: Wie angespannt ist der Mensch in dieser Situation? Welche Verantwortung übernimmt er – oder auch nicht? Sobald sich der Mensch innerlich stabilisiert und Ruhe ausstrahlt, beruhigt sich meist auch der Hund. Ähnlich bei einer Katze, die plötzlich unsauber wird: Wenn der Mensch seine eigene Anspannung erkennt und im Alltag wieder Struktur schafft, löst sich das Verhalten oft von selbst.
Das Tier zeigt uns, wo wir selbst noch lernen dürfen – und begleitet uns auf diesem Weg.
Fazit
Systemisches Tiertraining bedeutet:
· Nicht am Tier zu arbeiten, sondern mit dem Tier gemeinsam am System.
· Nicht Dominanz erzwingen, sondern Bewusstsein schaffen.
· Nicht Korrektur, sondern Kommunikation.
Wenn du dein Tier als Spiegel siehst, erkennst du: Veränderung beginnt bei dir – und das Tier folgt. So entsteht echte Partnerschaft: ruhig, vertrauensvoll und voller Verständnis.
Lust, das selbst zu erleben?
Ich begleite dich mit dem systemischen Mr-Cat-Dogo-Ansatz – für Hunde und Katzen. Gemeinsam finden wir heraus, was dein Tier dir zeigen möchte und wie ihr wieder in Balance kommt.




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