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Kommunikation mit dem Hund: Körpersprache verstehen

vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit

Du streichelst deinen Hund, er dreht den Kopf weg. Du rufst ihn freundlich, beugst dich dabei aber direkt über ihn. Oder du möchtest, dass er zur Ruhe kommt, während du immer wieder auf ihn einredest.

Im Alltag gibt es viele Momente, in denen unsere Absicht und das, was beim Hund ankommt, auseinandergehen. Kommunikation mit dem Hund beginnt deshalb mit zwei Fragen: Was zeigt er gerade? Und wie reagiere ich darauf?


Hundesprache verstehen: Schau auf den ganzen Hund


Hunde drücken sich unter anderem über Körperhaltung, Bewegung, Mimik und Laute aus. Einzelne Signale sind aber kein Wörterbuch, aus dem sich Gefühle sicher ablesen lassen.

Eine wedelnde Rute bedeutet beispielsweise nicht automatisch Freude. Auch Anspannung oder Unsicherheit können damit einhergehen. Entscheidend sind der restliche Körper und die Situation: Wirkt dein Hund locker? Wird er steif? Sucht er Nähe oder versucht er auszuweichen?

Auch Gähnen, Lippenlecken und Kopfabwenden können in belastenden Situationen auftreten. Sie beweisen für sich allein keinen Stress. Ein Hund gähnt schließlich auch, wenn er müde ist. Fachliche Einordnung: Best Friends Animal Society

Für den Alltag lohnt sich deshalb dieser Blick: Was passiert gerade, welche Signale treten gemeinsam auf und was verändert sich?


Beispiel: Möchte dein Hund gerade gestreichelt werden?


Stell dir vor, dein Hund liegt neben dir. Du streichelst ihn am Kopf, er wendet sich ab. Statt sofort zu überlegen, was diese Bewegung genau „heißt“, kannst du kurz aufhören und beobachten.

Sucht er von sich aus wieder Kontakt? Bleibt er locker bei dir? Oder nutzt er die Pause, um mehr Abstand zu nehmen?

Mein Vorschlag: Mach beim Streicheln regelmäßig eine kurze Pause und lass deinem Hund die Wahl, erneut Kontakt aufzunehmen. Bleibt er nur liegen, ist das noch keine eindeutige Aufforderung zum Weitermachen.

Du musst dafür nicht jede Bewegung perfekt deuten können. Es reicht zunächst, seine Reaktion ernst zu nehmen und ihm Raum zu geben.


Selbst klarer mit dem Hund kommunizieren


Zur Verständigung gehört auch, das eigene Verhalten anzuschauen. Für den Alltag empfehle ich drei einfache Gewohnheiten:

Ein Signal mit einer klaren Bedeutung verwenden. Entscheide beispielsweise, ob „Komm“ wirklich das Herankommen bedeutet. Nutze es möglichst einheitlich und übe zunächst in einfachen Situationen.

Nach einem Signal kurz abwarten. Wenn dein Hund nicht reagiert, prüfe die Schwierigkeit: Ist die Ablenkung zu groß? Ist das Signal hier schon ausreichend geübt? Braucht er zunächst mehr Abstand?

Passende Reaktionen bestätigen. Wenn dein Hund sich zu dir orientiert oder auf ein geübtes Signal reagiert, bestätige das zeitnah mit etwas, das er in diesem Moment mag.

Du kannst dir dafür eine einzelne Alltagssituation aussuchen. Etwa das Anleinen vor dem Spaziergang: Welche Worte verwendest du, wie bewegst du dich und wann bekommt dein Hund eine Pause?


Kommunikation im gemeinsamen Alltag


In meinem systemischen Ansatz schaue ich auf Hund, Mensch und Umfeld gemeinsam. Welche Abläufe wiederholen sich? Wie viel Nähe entsteht? Wo gibt es Rückzugsmöglichkeiten? Und was tun die Menschen, wenn der Hund Abstand sucht?

Bei Besuch könnte ein erster Schritt beispielsweise sein, die Begrüßung ruhiger zu gestalten und dem Hund einen ungestörten Rückzugsort anzubieten.

Das bedeutet nicht, dass du an jedem schwierigen Verhalten schuld bist. Es bedeutet, nach konkreten Veränderungen zu suchen, die euch den Alltag erleichtern.


Eine kleine Übung für euren nächsten Spaziergang


Beobachte deinen Hund an einer ruhigen Stelle für eine Minute, ohne etwas von ihm zu verlangen.

Achte auf seine Bewegungen, seine Blickrichtung und den Abstand, den er zu dir oder anderen Dingen hält. Beschreibe zunächst nur, was du siehst: „Er bleibt stehen und dreht den Kopf.“ Erst danach überlegst du, welche Erklärung dazu passen könnte.

So trainierst du, genauer hinzuschauen, bevor du deinem Hund eine Absicht zuschreibst.

Du möchtest die Signale deines Hundes besser verstehen und eure Kommunikation im Alltag verbessern? Beim Hundetraining in Wien und Niederösterreich schauen wir gemeinsam auf eure Situationen und erarbeiten passende nächste Schritte.

 
 
 

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